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Nachhaltige Mitarbeitergewinnung im Handwerk
Strategie

Nachhaltige Mitarbeitergewinnung im Handwerk

Eine Analyse von 100 Handwerksbetrieben zeigt: 41 sind für Bewerber komplett unsichtbar. Wie ein eigenes Karriereportal, authentische Stellenanzeigen und ein zeitgemäßer Bewerbungsprozess das ändern.

Bernd Grimm

Inhaber · Webdesign Grimm

Aktualisiert 6 Min. Lesezeit

Der Fachkräftemangel stellt insbesondere das Handwerk vor erhebliche Herausforderungen. Aktuelle Statistiken zeigen einen Mangel von etwa 250.000 Fachkräften. Eine Analyse von 100 Handwerksbetrieben aus der Sanitär- und Heizungsbranche offenbarte ein überraschendes Ergebnis: Nur 59 von ihnen suchen aktiv nach Mitarbeitenden, während 41 Betriebe für potenzielle Bewerber völlig unsichtbar sind.

Warum Handwerker keine Mitarbeiter finden

Das größte Problem: Fehlende Stellenausschreibungen

Bei knapp der Hälfte der untersuchten Betriebe sind gar keine Stellen ausgeschrieben. Dies ist paradox: Ohne sichtbare Stellenangebote können naturgemäß keine Mitarbeiter gefunden werden. Zwar existieren Betriebe, die aktuell keinen Bedarf haben, doch angesichts der hohen Anzahl offener Positionen im Handwerk sollte diese Quote deutlich niedriger ausfallen.

Die eigene Karrierewebsite erwarten ca. 70% der Bewerber

Von den 59 Betrieben, die aktiv nach Mitarbeitenden suchen, verfügt nur die Hälfte über eine eigenständige Karrierewebsite. Dies ist problematisch, da die Karriereseite der wichtigste Informationskanal für potenzielle Arbeitnehmer darstellt.

Nur 66% der analysierten Betriebe verfügen über eine Karrierewebsite. Dies fällt sogar günstiger aus als die Gesamtstatistik, wonach bei 71,8% der Firmen die Karrierewebsite fehlt.

Das Problem mit den Verbandwebsites

Etwa die Hälfte der Betriebe, die eine Karrierewebsite betreiben, nutzen Websites, die von Verbänden erstellt wurden. Hier liegt der größte Fehler im Recruiting-Prozess vor: Die Karriereseiten und deren Stellenanzeigen wirken nicht authentisch.

Textübereinstimmungen auf Verbandsseiten:

Jede dieser Karriereseiten enthält einleitenden Text zur Firmendarstellung. Bei der Analyse von 17 durch Verbände erstellten Websites zeigte sich ein Übereinstimmungsgrad von 65% in den Texten. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte des Texts ist wörtlich identisch.

Es ist offensichtlich, dass ein Betrieb unter solchen Bedingungen nicht authentisch wirken kann. Im weiteren Verlauf präsentieren die Verbände die Unternehmenskulturen, die bei diesen Websites zu 100% identisch sind.

Stockfotos in Stellenanzeigen

Bei 70% der Stellenanzeigen werden Stockfotos verwendet. Das bedeutet: Ein und dasselbe Model erscheint auf allen Stellenanzeigen. Dies unterminiert die Glaubwürdigkeit erheblich.

Authentische Handwerks-Werkstatt: traditionelle Werkzeuge – Hobel, Stechbeitel, Maßband, Zollstock – auf einer abgenutzten Holzwerkbank im warmen Fensterlicht. Würdiges Handwerk, kein Stockfoto-Look

Ein nicht zeitgemäßer Bewerbungsprozess

Studien zeigen: Zwei Drittel der Kandidaten der Generation Z bewerben sich nicht bei einem Unternehmen, wenn Freunde von schlechten Erfahrungen im Bewerbungsprozess berichten. Über 53% der Bewerber der Generation Z bevorzugen eine mobile Bewerbung gegenüber einer traditionellen Bewerbung (Quelle: Uni Bamberg).

Die Analyse zeigte auch, dass nur bei wenigen Firmen ein zeitgemäßer Bewerbungsprozess möglich ist.

Als Arbeitgeber gegenüber dem Bewerber attraktiv auftreten - So geht´s

Das eigene Karriereportal

Das Karriereportal ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt aller Bewerberaktivitäten. Mit dieser Lösung sprechen Sie die Sprache Ihrer Bewerberzielgruppe und positionieren sich als attraktiver und zeitgemäßer Arbeitgeber.

Der Bewerber gelangt auf diese Seite – unabhängig davon, ob er oder sie von einer Google-Suche oder durch einen Social-Media-Post kommt. Das eigene Karriereportal wird vollständig an Ihr Branding angepasst und funktioniert unabhängig von Ihrer bestehenden Website als Addon. Das Portal ist verknüpft mit Ihrer vorhandenen Website und umgekehrt.

Richtige Präsentation der offenen Stellen

Die Stellenanzeige muss Bilder von reellen Arbeitskollegen im Kontext zur gesuchten Position enthalten. Stockfotos sind hier tabu – sie zerstören die Authentizität komplett. Ein professioneller Fotograf setzt den richtigen Rahmen.

Technische Optimierung für Google Jobs:

Die Stellenanzeige – insbesondere die Detailseite – muss technisch so konzipiert sein, dass Google Jobs die Anzeige als solche interpretieren kann. Wie auf dem Bild erkennbar, erscheint das Google-Jobs-Suchergebnis an prominentester Stelle – ganz oben, noch vor den organischen Suchergebnissen. Wenn Ihre Stellenanzeige technisch nicht dafür ausgelegt ist, verschwenden Sie Potenzial bei der Mitarbeitersuche.

Testen Sie selbst mit Ihrer eigenen Job-Seite und prüfen Sie, ob Ihre Stellenanzeige „googletauglich" ist: https://search.google.com/test/rich-results?hl=de

Smartphone mit minimalistischer Bewerbungs-Oberfläche auf einer Werkbank zwischen Werkzeugen – Brücke zwischen modernem mobilem Recruiting und traditionellem Handwerk

Arbeitgeber-Branding - Ihre Firmen DNA

In vielen Interviews wird wiederholt gehört: „Die Qualität der Bewerber wird immer schlechter." Aber ehrlich gesagt: Wenn Ihre Website nicht zeitgemäß ist und Sie einem potentiellen Bewerber keinen Grund geben, sich zu bewerben – was soll dann Großartiges geschehen?

Welche Werte werden in Ihrer Firma gelebt? Was ist Ihnen und Ihren Mitarbeitern wichtig?

Ihr Auftritt als Arbeitgeber entscheidet darüber, ob und welche Mitarbeiter sich bei Ihnen bewerben. Erst wenn Sie den Vorstellungen des zukünftigen Mitarbeiters entsprechen, wird er oder sie sich bewerben. Umgekehrt ziehen Sie durch eine professionelle Darstellung als Arbeitgeber genau die Mitarbeiter an, die Sie sich wünschen.

Diese Komponente ist Bestandteil einer umfassenden Methode. Es geht darum, herauszufinden, was Sie als Arbeitgeber ausmacht. Welche DNA hat Ihr Team? Müssen Ihre Mitarbeiter ständig mit neuen Technologien umgehen? Das sollte ein Bewerber anhand Ihrer Karriereseite erfahren. Wenn Sie solche Dinge nicht kommunizieren, können Sie sich nicht wundern, wenn die Bewerber nicht zur Stelle und zum Team passen.

Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?

Was sagen Ihre Mitarbeiter über Sie als Arbeitgeber und über ihre Tätigkeit in Ihrer Firma?

Wenn auf Ihrer Webseite derselbe Einheitsbrei bei der Arbeitgebermarke kommuniziert wird wie bei Ihrem Mitbewerber, heben Sie sich nicht ab und sind damit nicht sonderlich attraktiv für potentielle Mitarbeiter. Auch hier fällt die Wahl eher auf die Firma, wo sich ein potentieller Mitarbeiter gut und vor allem authentisch abgeholt fühlt.

Der Bewerbungsprozess muss zeitgemäß und schlank sein

„Ihre Bewerbungsunterlagen schicken Sie bitte per Post an …" oder „Schicken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen doch bitte per Mail an …" – So oder so ähnlich schauen Bewerbungsprozesse aus den 90er Jahren aus. Das war noch die Zeit, wo sich Bewerber die Klinke in die Hand gaben.

Nutzen Sie auf Ihrer Website auch noch so ähnliches Wording? Hier werden sich die wenigsten bewerben. Mit so einem Prozess scheuchen Sie die junge Generation davon – ganz einfach! Sie kommunizieren damit (wahrscheinlich unwissentlich), dass Sie nicht gerade zeitgemäß arbeiten. Wie soll das dann mit jungen Menschen matchen?!

Was passiert als Nächstes, wenn ich mich bei diesem Arbeitgeber bewerbe?

Fakten:

  • Zwei Drittel der Kandidaten der Generation Z bewerben sich nicht bei einem Unternehmen, wenn Freunde von schlechten Erfahrungen im Bewerbungsprozess berichten
  • Über 53% der Bewerber der Generation Z bevorzugen eine mobile Bewerbung gegenüber einer traditionellen Bewerbung
  • (Quelle: Uni Bamberg)

Bei wem bewirbt sich der Bewerber und was muss ich tun, um mich zu bewerben?

Insofern ist es relativ eindeutig: Der Bewerbungsprozess – gerade für Nachwuchskräfte – muss einfach und schlank sein. Darüber hinaus muss der Bewerber wissen, wie es im Prozess weitergeht und was ihn nach seiner Bewerbung erwartet.

Fazit: Mit einem eigenen Karriereportal dem Wettbewerb eine Nasenlänge voraus sein

Das eigene Karriereportal ist das Fundament, das Sie als attraktiven Arbeitgeber präsentiert. Ihre Stellenanzeigen werden bei Google Jobs gelistet und der Bewerber kann sich innerhalb von 60 Sekunden bei Ihnen bewerben. Hierdurch entsteht Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit.

Sie schaffen nicht nur die optimale technische Grundvoraussetzung, sondern haben auch ein Marketinginstrument im Anschlag, das Sie auf allen Social-Media-Kanälen einsetzen können. Das bedeutet nachhaltige Sichtbarkeit – ohne Streuverluste, ohne ständige Kosten für bezahlte Werbung – und zwar für immer!

Ein nicht angesprochener potentieller Bewerber ist ein nicht eingestellter Mitarbeiter, ist entgangener Umsatz.

Ihre Investition zahlt sich nicht nur zu 100% auf die Mitarbeitergewinnung in Ihrem Unternehmen ein. Als positiven Nebeneffekt steigern Sie parallel noch Ihre Reichweite auf Social-Media und damit die Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber und schlussendlich auch Ihren Umsatz.

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